Hilfe

Sie sind sich nicht sicher, ob sie oder ihr Kind bei uns richtig sind? Viele Menschen glauben, ihre schwerwiegenden Erlebnisse wären kein „Trauma“ im eigentlichen Sinne. Tatsächlich zählt aber nur, ob sie bzw. ihr Kind eine bestimmte Situation als traumatisch erlebt haben! Dabei spielt es keine Rolle, ob andere Menschen dies auch als „Trauma“ bezeichnen würden, oder nicht.

Typische Situationen sind (sowohl selbst erlebt als auch als Zeuge / Helfer):

  • Unfall
  • körperliche Gewalt
  • sexuelle Gewalt
  • schwerwiegende medizinische Eingriffe
  • Tod eines nahestehenden Menschen
  • Naturkatastrophen
  • Flucht / Folter / Krieg

Doch was bedeutet, etwas als „traumatisch“ erleben? Typisch sind ein ungewolltes Wiedererleben (z.B. Bilder, Körperempfindungen etc.) der Situation, innere Unruhezustände und die Vermeidung von allem, was an das Geschehen erinnert. Hält dieser Zustand länger als 4 Wochen nach dem Geschehen an oder ist er so heftig, dass er sie im Alltag stark einschränkt, dann sollte man eine Traumafolgestörung abklären.

Typische Folgestörungen sind:

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Akute Belastungsreaktion (in den ersten vier Wochen)
  • Anpassungsstörung
  • Depression
  • Angststörung / Panikstörung
  • Dissoziative Störungen
  • Persönlichkeitsstörung
  • Suchterkrankung

Kinder und Jugendliche

„Das Kind ist so klein, das bekommt das noch gar nicht richtig mit!“

Ein tragischer Trugschluss

Tatsächlich ist es leider genau umgekehrt! Je jünger das Kind während des Traumas ist, desto schwerwiegender sind oft die Folgen. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern werden Traumafolgestörungen jedoch häufig übersehen. Mögliche Anzeichen können sein:

  • massive Unruhe ( Schlafstörungen / Schreiattacken)
  • Apathie / Spielunlust
  • starke Körperreaktionen bei Triggerreizen (ähnliche Reize wie beim Trauma)
  • Albträume
  • traumatisches Spiel (Kind versucht Szenen nachzuspielen)
  • Wiederholung (z.B. Unfallmechanismus wird wiederholt)
  • Ausscheidungsstörungen (z.B. Einkoten)

Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann die ausgeprägte Unruhe auch als ADHS fehlgedeutet werden. Treten aggressive Verhaltensweisen auf, wird oft eine Sozialverhaltensstörung diagnostiziert. Ältere Kinder und Jugendliche zeigen zudem häufig selbstverletzendes Verhalten (z.B. „Ritzen“).

Insgesamt ist die Diagnose einer Traumafolgestörung im Kindesalter schwierig und bedarf einer ausführlichen Testung und Verhaltensbeobachtung. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ihr Kind unter einer Traumafolgestörung leidet, beraten wir sie gerne!

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